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Agnes (Hochmittelalter, 1148 n. Chr.) – Erläuterungen

Die Geschichte spielt im hochmittelalterlichen Reinach. Anlässlich unserer Grabungen im Stadthofareal von 1998 entdeckten wir zum ersten Mal die Standspuren so genannter «liegender» Webstühle. Sie standen alle in Grubenhäusern, halb eingetieften Hütten von ca. 2,5 x 3 Metern. Wie auch später noch war die Verarbeitung pflanzlicher Fasern auf hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen, um die Garne geschmeidig zu halten. Dies bewerkstelligte man, indem man die Arbeitsräume in den Boden eingrub, im Früh- und Hochmittelalter eben in Grubenhäusern, später in eigentlichen Webkellern.


Modell eines altmodischen, sogenannt «stehenden» Webstuhls oder Gewichtwebstuhls. Hier arbeitete man im Stehen, die Kettfäden wurden am Boden durch eingehängte Gewichte gestrafft (n. Schlabow).
Darstellung eines Webers am moderneren, sogenannt «liegenden» Webstuhl (Cambridge, Mitte 13. Jahrhundert). Die Arbeit erfolgte hier sitzend, mit Pedalen wurden die in einem horizontalen Rahmen aufgespannten Kettfäden gehoben und gesenkt, die Hände waren frei fürs Weben. Der Kettbaum, an dem die Kettfäden fixiert und aufgerollt werden, ist am hinteren Ende des Webrahmens befestigt.

Literatur: die Grabung Stadthof ist im Moment in Bearbeitung. Zu spätmittelalterlichen Befunden: Renata Windler/Antoinette Rast-Eicher, Spätmittelalterliche Weberwerkstätten in der Winterthurer Altstadt. Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters 27/28, 1999/2000, 1–82.

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