Tabakspfeifen aus Ton – Eine wichtige Informationsquelle


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Tonpfeifen treten in fast allen archäologischen Befunden der frühen Neuzeit auf. Zusammen mit anderem Fundmaterial ermöglichen sie einen Einblick in die Vergangenheit. Wir können von ihnen etwas über einen Ausschnitt des Lebens der Menschen im 17., 18. und 19. Jahrhundert erfahren, nämlich über das Vergnügen des Tabakgenusses.

Aber auch für andere Bereiche der Geschichtsforschung sind Tonpfeifen ein interessantes Quellenmaterial. Die Herkunft der Pfeifen, die vielfach über weite Strecken verhandelt wurden, gibt Informationen zur frühneuzeitlichen Wirtschaftsgeschichte. So stammen die hier in der Region gerauchten Pfeifen im 17. Jahrhundert aus Holland und vom nördlichen Oberrhein, später kommen sie aus dem Westerwald und schliesslich im 19. Jahrhundert zumeist aus Nordfrankreich.

Die Zuordnung der unterschiedlichen Qualitätsgruppen von Pfeifen zu bestimmten Bevölkerungsgruppen ermöglicht sozialgeschichtliche Aussagen. Kunstgeschichtliche Aspekte bietet die Untersuchung der Formen und Verzierungen der Pfeifen.

Schliesslich ist es möglich, Tonpfeifenfunde anhand ihrer Formen und Verzierungen zeitlich einzuordnen, was den Archäologen Hinweise für die Datierung von Fundschichten gibt. Besondere Glücksfälle sind dabei die Pfeifen, deren Stempel das Jahr ihrer Herstellung angeben.

Literatur: Michael Schmaedecke, Starker Tobak auf Schloss Pfeffingen. In: Jürg Ewald/Jürg Tauber (Hrsg.), Tatort Vergangenheit. Ergebnisse aus der Archäologie heute (Basel 1998) 128f.; Michael Schmaedecke (Hrsg.), Tonpfeifen in der Schweiz. Beiträge zum Kolloquium über Tabakpfeifen aus Ton in Liestal 1998. Archäologie und Museum 40 (Liestal 1999).

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