Der Levallois-Kern von Muttenz Steinzeittechnologie des Neandertalers |
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Fundort: Muttenz-Rüttihard Koordinaten: 614.190/263.960 Fundjahr: ca. 1948 |
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| Im Mittelpaläolithikum wurden mit der nach einer französischen Fundstelle benannten Levallois-Technik systematisch Silexabschläge hergestellt. Ausgangsmaterial waren natürliche Silexknollen. Die Silexrohstücke wurden in mehreren Arbeitsgängen zu Levallois-Kernen verarbeitet, von denen man gezielt Abschläge abtrennte. Übrig blieben die abgebauten Levallois-Kerne, die meistens als Reststücke verworfen wurden.
Die Neandertaler fertigten auch in unserer Gegend solche Levallois-Kerne an. Einige von ihnen kamen als Einzelfunde auf Ackeroberflächen zum Vorschein, so auch das eindrückliche Exemplar von Muttenz-Rütihard. Es stammt aus einer reichhaltigen Privatsammlung, die vor kurzem der Kantonsarchäologie geschenkt wurde. Das Stück von Muttenz-Rütihard hat einen Durchmesser von ca. 85 mm und eine Dicke von 29 mm. Es ist aus Süsswassersilex gefertigt, der in nördlicher Richtung etwa 9 km von der Rütihard auf dem Tüllingerberg natürlich vorkommt. Der Kern ist stark patiniert und besitzt moderne Beschädigungen sowie natürliche Verwitterungsspuren an der Oberfläche (weisse Flächen auf Abbildung). Das Alter dieses Oberflächenfundes kann auf etwa 35 000 bis 120 000 Jahre geschätzt werden. |
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| Literatur: Jürg Sedlmeier, Paläolithikum und Mesolithikum: Die Zeit der Jäger und Sammler. In: Jürg Ewald/Jürg Tauber (Hrsg.), Tatort Vergangenheit. Ergebnisse aus der Archäologie heute (Basel 1998) 286ff. |